Wie Landesverwaltungen als Arbeitgeber attraktiv bleiben

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Arbeitgebermarke entwickeln, um Nachwuchssorgen zu vermeiden

Der Fachkräftebedarf wird in den nächsten Jahrzehnten im gesamten Arbeitsmarkt weiter steigen. Laut einer im März 2017 veröffentlichten Studie von PriceWaterhouseCoopers werden im Bereich des Öffentlichen Dienstes deutschlandweit im Jahr 2030 rund 816.000 Fachkräfte fehlen.

Besonders betroffen sind die Landesverwaltungen, die vor neue Herausforderungen gestellt werden. Zum einen sind die Hochschulen in der Verantwortung, geeignete Fachkräfte auszubilden. Zum anderen steht die Verwaltung in der Pflicht, qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu binden, damit diese nicht in die Privatwirtschaft abwandern.

Aufgrund der zum Teil deutlich niedrigeren Vergütung im Öffentlichen Dienst im Vergleich zur Privatwirtschaft ist dies schon heute im technischen Bereich, insbesondere in der Informationstechnologie, zunehmend problematisch. Was also ist zu tun? Employer Branding, das heißt Maßnahmen zur Bildung einer möglichst attraktiven Arbeitgebermarke, könnte der Schlüssel sein.

Der 23. Führungslehrgang der Führungsakademie Baden-Württemberg hat sich mit diesem Thema im Rahmen seiner Unternehmenshospitationen vertieft befasst. Dabei wurden Best Practice Beispiele gesammelt, Möglichkeiten des Transfers in die Landesverwaltung überlegt und im Rahmen der Praktikaberichte Voschläge an die Ressorts formuliert. Einge Konzepte und Maßnahmen zur Personalgewinnung und -bindung lassen sich an der einen oder anderen Stelle zukünftig zum Einsatz bringen.

So können Mentoren-Programme für neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter den Start in den neuen Beruf erleichtern. Open Workspace- und Clean Desk-Arbeitsplatzkonzepte bis hin zu Marketplace-Cafeterien fördern die Flexibilität und Kommunikation. Auch der Einsatz von agiler Teamarbeit wie beispielsweise mit der SCRUM-Methode kann zur Attraktivität beitragen. Daraus resultiert auch eine höhere Identifikation mit dem Arbeitgeber.

Am bemerkenswertesten ist aber: Die Verwaltung wirbt bisher zu wenig mit ihrem größten Pfund, nämlich der Attraktivität für Menschen, die gesellschaftlich etwas bewegen wollen. Menschen mit einer hohen Public-Service-Motivation lassen sich nicht so leicht abwerben. Wenn dies in den Vordergrund gestellt wird, kann ein moderner Öffentlicher Dienst auch künftig für junge Menschen ein attraktiver Arbeitgeber sein.

Von Monika Mayr, Markus Raschka und Dr. Michaela Voß

2 Comments

  1. Cooler Artikel, Michaela 😉

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