Ottos Mops soppt

Stimm- und Sprechtraining

Die Stimme ist eines der elementaren Werkzeuge von Führungskräften. Sie ist nicht nur wesentliches Ausdruckselement des Menschen, sondern transportiert auch je nach Sprechausdruck unterschiedliche Botschaften. Einem zu leise gestalteten oder undeutlich gesprochenen Vortrag ist nur mit Mühe zu folgen. Gleichwohl muss mit der Stimme schonend umgegangen werden, so dass es bei Führungskräften nicht zu einer Überlastung oder gar zu einem Stimmausfall kommt. Es ist daher naheliegend, der Stimme im Rahmen des Führungslehrgangs eine gewisse Aufmerksamkeit zu schenken. Frau Prof. Müller von der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Stuttgart schulte uns im Aufbau- und Vertiefungskurs daher an zwei Tagen.

Dass Sprech- und Singstimme miteinander in Beziehung stehen, zeigt sich daran, dass sie in ähnlicher Weise trainiert werden und auf die gleichen Voraussetzungen angewiesen sind. Die Stimme benötigt eine angemessene Körperhaltung, eine korrekte Atmung, eine gute Artikulation und einen ausreichenden Resonanzraum. Als Redner oder öffentlicher Sprecher braucht man von allen Faktoren etwas mehr. Dabei haben wir Hilfestellungen erfahren wie „Das Becken unter den Körper“ – „dem Atem Raum geben“ – „Du- und Ich-Raum verbinden“ – „die Sprache sitzt im unteren Rücken“ – „mehr Resonanz oberhalb der Stimmbänder“ – „Scheinwerfer im Brustbein“ – „akzentuierte Betonungen“ – „Kiefer aufmachen“ und so weiter. Vorstellungskraft ist hier gefragt, welche sich in körperlichem Aktionismus auswirkt. Wenn wir die Ratschläge anwenden, ist eine Verbesserung der Stimme tatsächlich feststellbar.

Neben allen technischen Aspekten zeichnet einen guten Sprecher darüber hinaus aus, dass er eine Beziehung zu seinen Zuhörern aufbaut. Der Blickkontakt ist dabei sehr wichtig, mit dem auch geprüft werden kann, ob bei den Zuhörern die Botschaft auch angekommen ist.

Die Botschaft von Frau Prof. Müller ist bei uns angekommen, die praktische Umsetzung bedarf jedoch ständiger Übung. Der trotzige Mops Ottos kann dabei helfen. Oder doch vielmehr Schillers „Handschuh“?
Frau Prof. Müller sei Dank für zwei lehrreiche, fachkundige und unterhaltsame Klausurtage.

 

Von Gunter Barwig