Tatsächlich „hands on“

 

 

Unser Führungslehrgang hatte beschlossen, das Soziale Projekt als Gruppe anzugehen. Wir waren und sind fest davon überzeugt, dass wir als Team gut gelaunt und effizient in kurzer Zeit einiges auf die Beine stellen können. Mitte Juni gestalteten wir in einem dreitägigen  Arbeitseinsatz die Außenanlage einer Unterkunft für minderjährige unbegleitete Flüchtlinge in Karlsruhe-Grötzingen. Wir bauten gemeinsam, zum Teil mit Unterstützung der Jugendlichen, eine Holzterrasse, aus alten Europaletten einen Sichtschutz und Fahrradständer. Als Ergebnis gibt es jetzt in dem Heim in Grötzingen eine tolle und farbenfrohe Außenanlage und zugleich einen Führungslehrgang, der einen echten Perspektivwechsel machen, sein Projektmanagement optimieren und das gegenseitige Vertrauen der Teilnehmer stärken konnte.

Dieses Projekt erinnerte uns noch einmal deutlich an unsere soziale Verantwortung: Wir alle hatten völlig andere Startvoraussetzungen als diese Jugendlichen in der Grötzinger Unterkunft. Wir kennen nichts anders als Frieden, wir hatten und haben unsere Familien im Hintergrund, unsere Bildungsmöglichkeiten und Chancen auf dem Arbeitsmarkt sind unbegrenzt. Wir können selbstbestimmt leben und frei entscheiden. Wir sind in unserem Kulturkreis zu Hause und erwünscht. All diese Sicherheiten und Möglichkeiten kennen diese geflohenen Jugendlichen nicht oder nicht mehr. Mit unserem Projekt in Grötzingen konnten wir ein kleines Stück echte Willkommenskultur leben und gestalten.

Besonders freuten wir uns über die Möglichkeit, auf dem FÜAK-Sommerfest 2017 das Heim und unser Projekt vorzustellen. Dem anschließenden Spendenaufruf für die Einrichtung in Karlsruhe-Grötzingen folgten viele der zahlreichen Gäste, sodass wir unser Projekt mit der Übergabe von rund 1200 € an die Einrichtung abrunden konnten.

Von Ulrike Schira